Mittwoch, 18. Mai 2016

Religiös fundamentalistische Paralellgesellschaft – Eichsfeld unbeliebt bei Flüchtlingen

Sogenannte Parallelgesellschaften sind streng religiös, stellen ihre religiösen Bräuche über das Gesetz, schotten sich nach außen ab und sind Außenstehenden gegenüber misstrauisch. Was jahrhundertelang nur eine normale Beschreibung für das Eichsfeld war, ist für die meisten anderen Menschen wohl eher abschreckend. 
Auch bei Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und dem Iran genießt das Eichsfeld keinen guten Ruf. Als eine Gruppe Syrer, welche zurzeit in Zelten in Leipzig untergebracht ist, erfuhr, dass sie in eine Unterkunft im Eichsfeld gebracht werden sollen, werden ihre Gesichter ganz blass. Sie erzählen uns, dass sie schon viel von diesem Eichsfeld gehört haben. „Ich hab auf Facebook gelesen, dass die da lebendige Schweine essen. Das ist doch krank!“ erzählt uns Tahir, ein gebürtiger Iraner. „Ich habe gehört die werden da seit 26 Jahren von ein und derselben Person regiert, das kann ja auch nicht normal sein“, ergänzt ein Freund von Tahir. „Die haben doch eine Staatsreligion da. Ich hab gehört die lassen Protestanten höchstens zum Gemeindefest, damit die den trockenen Kuchen wegfressen“, erzählt Tahir weiter. „Deutschland ist ein moderner Staat, der für Kriegsflüchtlinge gut sorgt, ich will gar nicht ins Eichsfeld. Erst gestern habe ich eine silberne und goldene Decke bekommen um mich warm zu halten“.

Thahir gibt allerdings zu bedenken, dass es ihn und seine Landsleute auch noch schlimmer hätte treffen können. Ein paar seiner Kumpels wurden letztens erst in einer Aufnahmeeinrichtung in Mühlhausen untergebracht, wobei es zu einer aufgeregten Situation im Bus kam. Beim Durchfahren der Stadt dachten viele man hätte sie wieder nach Homs gebracht. Erst der Busfahrer schaffte es den Flüchtlingen zu erklären, dass es in Mühlhausen echt so aussieht. 

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