Mittwoch, 25. November 2015

Beschlossen: Atommüll-Endlager kommt ins Eichsfeld – Castortransporte über Draisenenstrecke.

Was letzte Woche noch ein Gerücht war, ist nun beschlossene Sache: Das Eichsfeld bekommt mindestens ein Endlager für radioaktiv belasteten Abfall. Derzeit stehen zwei Standorte im Gespräch, an denen in naher Zukunft ein Endlager entstehen soll. Laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe soll sowohl in der Gemeinde Südeichsfeld, in der Nähe von Hildebrandshausen, sowie in Bischofferode ein Lager entstehen.

Während im Südeichsfeld ein Lager für schwach- und mittelradioaktiven Abfall entstehen soll, soll im ehemaligen Kalischacht in Bischofferode ein Lager für hochradioaktiven Atomabfall eingerichtet werden. Die Region soll zu einem Zentrum für die Einlagerung von Radioaktivem Abfall werden, heißt es in einer Grundsatzstudie über die Zukunft der Region. Dabei sollen auch hunderte Arbeitsplätze entstehen und die Abwanderung im Eichsfeld bekämpft werden. Gerade der Ort Bischofferode, welcher seit der Schließung des Kaliwerkes circa 700 Einwohner verloren hat, würde davon profitieren.
Ausschlaggebend für die Region um Hildebrandshausen sei neben den hervorragenden tektonischen Eigenschaften, dass die Gegend bereits auf dem Schienenweg erschlossen ist, hieß es aus dem zuständigen Bundesministerium. Zwar sei die Strecke von Dingelstädt nach Lengenfeld unterm Stein nur mit der Draisine zu befahren, dies sei allerdings eher ein Vorteil. Es ist vorgesehen die Castortransporte mit dem Zug bis kurz vor Dingelstädt zu bringen, dort werden sie dann an die bekannten Fahrraddraisinen angekoppelt und bis nach Lengenfeld unterm Stein gefahren, wo sie wiederum für eine kurze Strecke auf LKWs umgelagert werden. Dafür soll ein neuer Verladebahnhof kurz vor Dingelstädt erbaut werden, welcher auch Kapazitäten für die kurzfristige Lagerung beinhalten soll. Außerdem werden neue Transportbehälter entwickelt, die wesentlich kleiner und leichter sind als die bekannten Castorbehälter und somit einfacher von den Fahrraddraisinen gezogen werden können. Inwieweit der Transport in das Tourismuskonzept integriert werden kann und somit Touristen die Behälter von Dingelstädt nach Lengenfeld fahren dürfen, steht noch nicht fest. Allerdings wäre solch eine Nutzung wohl die Erste in Deutschland und somit ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Auch die „Erlebnis Draisine“ würde ihrem Namen noch mehr gerecht werden. Marco Pabst, Leiter der Grundsatzstudie, will mit dem umweltschonenden Transport mit Fahrraddraisinen auch Castorgegnern entgegen zu kommen und hofft somit auf möglichst wenige Blockaden der Transporte.
Falls die Kapazitäten doch einmal nicht ausreichen, plant die Landesregierung ein weiteres Zwischenlager im Entenbergtunnel, kurz vor Lengenfeld unterm Stein zu errichten. Dort können die Behältnisse dann bis zu 6 Monate zwischengelagert werden. Dafür soll der Tunnel aufwändig Saniert und umgebaut werden. 
So könnte es schon bald am Entenbergtunnel aussehen. 
Für Bischofferode sehen die Planungen dagegen etwas anders aus. Anders als im Südeichsfeld soll hier der hochradioaktive Abfall eingelagert und verschlossen werden. Dieser Prozess dauere aber mehrere Jahrzehnte und müsse auch danach weiterhin kontrolliert werden, erklärt Marco Pabst. Dies bedeutet für die Region einen nicht zu unterschätzenden wirtschaftlichen Faktor. Arbeitsplätze würden entstehen und Bischhofferode womöglich an Einwohnern gewinnen, die wiederum die Wirtschaft ankurbeln, heißt es in der Grundsatzstudie. Außerdem sollen die verbrauchten, aber immer noch sehr heißen Brennstäbe für die Fernwärmeversorgung genutzt werden. Die Bischhofferöder würden somit nur von der Lagerung profitieren, verspricht Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Auch die Bundeskanzlerin sprach dem Projekt ihr vollsten Vertrauen aus und verspricht keinerlei Gefahr für die Bevölkerung durch die radioaktiven Abfälle sondern einen wirtschaftlichen Aufschwung, den die Region in ihrer Geschichte noch niemals erlebt hat.
Für die Region würden beide Endlager große Vorteile bringen und für die Touristen der „Erlebnis-Draisine“ könnte das Programm neben der Fahrrad- und Elektrodraisine in Zukunft womöglich durch die Castordraisine erweitert werden.

Kommentare:

  1. dann haben die Eichsfelder wenigstens einen Grund zum Strahlen.

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  2. Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, wir sollen für euren scheiß büßen??? Das Risiko das unsere Kinder etwas von der Strahlung abbekommen das wir was von der Strahlung abbekommen??? Sie können nur Entscheidung treffen aber uns die Garantie geben das es zu 100% sicher ist dazu sind selbst sie nicht fähig. Stellen Sie die verdammten Dinger ab und pusten sie den Rest dieses Mülls in den Weltraum... ihr Müll ja eh alles zu...

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