Donnerstag, 10. September 2015

Flüchtlingskrise: Hunderte Flüchtlinge aus dem UH-Kreis kommen am Bahnhof in Heiligenstadt an

Original: Bernd Schwabe - Adaption von Eichsfeldspiegel (CC BY-SA 3.0)
Heiligenstadt [Eichsfeld]. Der Strom der Flüchtlinge aus dem benachbarten UH-Kreis reißt auch in dieser Woche nicht ab. Auch in dieser Nacht erreichten laut Polizeiangaben circa 350 Flüchtlinge aus dem krisengeschüttelten UH-Kreis den Heiligenstädter Bahnhof. Ein Team aus ungefähr 60 freiwilligen Helfern versorgten die ankommenden Menschen mit Decken, Nahrung und Hygieneartikeln. Nach wochenlanger Flucht aus dem runter gewirtschafteten Landkreis waren die Menschen erschöpft, aber auch sichtlich erleichtert endlich den sicheren Eichsfeldkreis erreicht zu haben und hoffen nun auf eine bessere Zukunft für sich und ihre Familien.

Nach Informationen des Landrats, Werner Henning, werden die Flüchtlinge vorerst in der ZAU (Zentrale Aufnahmestelle für Unstrutflüchtlinge) untergebracht. Ihre Chancen auf Asyl stehen dabei relativ gut, denn bereits vor mehreren Jahren wurde der UH-Kreis als unsicherer Herkunftskreis erklärt. Bis das Asylverfahren abgearbeitet ist, dürfen die Flüchtlinge Heiligenstadt nicht verlassen, in dieser Zeit steht ihnen auch kein Arbeitsrecht im Eichsfeldkreis zu. Aufgrund der massiven Anzahl an Flüchtlingen und der damit verbundenen Asylanträgen gibt es zurzeit allerdings einen Antragsstau beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Da eine Entspannung der Flüchtlingslage nicht auszumachen ist, bietet der Landkreis einen Bonus für jeden Heiligenstädter an, der einen Unstrutflüchtling bei sich aufnimmt. Eine dezentrale Unterbringung der Flüchtlinge sei für die Integration Goldwert, so Landrat Henning.
Ausgangspunkt der Flüchtlingsbewegung war der wirtschaftliche, kulturelle, infrastrukturelle und politische Zerfall des UH-Kreises. Um diesen unzumutbaren Zuständen zu entkommen, versuchten mehrere Gemeinden komplett dem Eichsfeldkreis beizutreten (wir berichteten). So liebäugelten unter anderem die Landgemeinde Südeichsfeld, die Gemeinde Rodeberg und auch Anrode mit einem Übertritt zum Eichsfeldkreis. Auch andere Orte im UH-Kreis suchen ihr Glück in der Flucht, so zieht auch Bad Langensalza einen Übertritt in den Kreis Gotha in Betracht. Herbesleben und Schönstedt denken ebenfalls über eine Flucht in Nachbarkreise nach. Den Grund für die schlechte Lage im UH-Kreis sehen viele Beobachter in der Misswirtschaft von Landrat Harald Zanker. Der Landrat, welcher seinen Kreis seit verdächtig langen 21 Jahren regiert, verkündete dagegen dieses Jahr den UH-Kreis noch zu vergrößern. Nach Zankers Vorschlag soll der Kreis von 104.000 auf 195.000 Einwohner wachsen und Lebensraum im Norden, Osten und Süden hinzugewinnen, konkret betrifft dies die Landkreise Kyffhäuser, Sömmerda, Gotha, Eisenach und den Wartburgkreis. Wie diese Drohgebärde von den Nachbarkreisen aufgenommen wird sich noch zeigen.
Doch die Menschen des betroffenen Kreises konnten es nicht mehr abwarten und fliehen seit Wochen auf eigene Faust aus dem UH-Kreis in Richtung Eichsfeldkreis. Wer sich nicht auf eigene Faust in den Eichsfeldkreis durchschlägt, verkauft oft sein gesamtes Hab und Gut um für sich und seine Familie genug Geld für einen Schlepper zu haben. Einen Großteil dieser illegalen Schlepperbanden vermutet die Polizei in einem Ort nördlich von Struth, welcher seit mehreren Jahren durch so genannte "Schleppertreffen" auffällt. Der mutmaßliche Schlepper-Ort soll sogar einen Schlepper-Verein beherbergen.
Aufgrund der anhaltenden Zerstörungen, hier in Mühlhausen, fliehen die Menschen aus dem UH-Kreis
Für den Kreis sei der anhaltende Flüchtlingsstrom eine große Belastung, so Henning, nicht zuletzt deshalb, weil die Vorurteile gegenüber Asylsuchenden auch im Eichsfeldkreis nicht zu überhören seien.
Ich Frage mich ob Protestantismus und Demokratie überhaupt funktionieren kann!“, erzählt uns Ursel L. Eine 60 jährige Rentnerin aus Heiligenstadt. Andere Passanten äußern sich undifferenzierter „Die haben doch eine ganz andere Kultur als wir.“ und „Das sind doch nur Wirtschaftlsüchtlinge, die von unseren Lebensverhältnissen profitieren wollen, die können doch da bleiben, wo die herkommen!“ sind häufig gehörte Vorurteile. Eine anderer Passant reagiert auf unsere Frage was er von den Flüchtlingen hält sehr erregt „Der Freund eines Schwagers meines Bäckers meinte die Essen nicht mal Gehacktes, SOLL SO ETWA INTEGRATION AUSSEHEN?“
Trotz aller Schwierigkeiten äußerte sich der Landrat zuversichtlich den Menschen helfen zu können. "Wir werden alles in unserer Macht stehende tun um diesen Menschen zu helfen. Der Protestantismus gehört zum Eichsfeld, genau wie nun diese Flüchtlinge!"

Kommentare:

  1. Denke fallen Bomben und Zerstörung und aber da sieht man es

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  2. Denke fallen Bomben und Zerstörung und aber da sieht man es

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  3. Von wann ist der Artikel?

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  4. Was soll der scheiß.. Die Fotos von mhl die Häuser sahen schon immer so aus.. schreibt nicht so ein müll

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  5. Der Artikel hat mich sehr berührt, kann man irgendwie helfen? Vielleicht was spenden für die armen Unstrutler, Gibt es schon ein Spendenkonto???

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  6. Als Mühlhäuser flehe ich Euch an:

    "Bitte meidet uns! Wir haben alle einen Virus implantiert bekommen und wollen Euch nur zu willen- & gottlosen Kümmelessern machen!"

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  7. Als Mühlhäuser flehe ich Euch an:

    "Bitte meidet uns! Wir haben alle einen Virus implantiert bekommen und wollen Euch nur zu willen- & gottlosen Kümmelessern machen!"

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  8. Sind ja wohl alle aus der Wanfriederstr. geflohen... die Zeiten sind hart!

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  9. Geil, Geil ,habe selten über so viel Mist lachen müssen ,ist das der Eulenspiegel? ?? ��

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  10. Wer oder was sind Unstrutler? Menschen die am Fluss Unstrut leben? Wo fließt dieser verdammte Fluss nochmal lang? Und wo hat er seine Quelle? :-D

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